Lost Place – Verlassenes Kinderkurheim
Bereits seit 2003 steht es leer und ist gnadenlos dem Verfall ausgeliefert. Mitten im Wald befindet sich das ca. 33.900 Quadratmeter riesige Grundstück des verlassenen Kinderkurheims. Das Projekt soll damals 8 Millionen Mark gekostet haben und das modernste Kinderkurheim in der Bundesrepublik Deutschland gewesen sein.
Der Gebäudekomplex besteht insgesamt aus sechs miteinander verbundenen Pavillions mit einem großen Haupttrakt und sogar einer Schwimmhalle. Eine Hausmeisterwohnung mit Keller und mehreren Garagen befindet sich auch auf dem Gelände. Das Kurheim, mit seinen insgesamt 54 Zimmern, war gut ausgelastet. Denn regelmäßig wurden hier mehr als die doppelte Anzahl an Kindern dort einquartiert. Untergebracht waren in der damaligen Kurklinik vor allem Kinder mit Atemwegserkrankungen.
Wie ich Zeitzeugenberichten entnehmen konnte, soll es dort sehr autoritär und grausig zugegangen sein. Viele schreiben von traumatischen Erinnerungen wie Essenszwang bis zum erbrechen, Postkontrolle, einer Abhöranlage auf den Zimmern und Verhören bis hin zu Bestrafungen oder Körperverletzungen. Dennoch teilen sich die Meinungen, denn es gibt durchaus auch gute Erinnerungen an das verlassene Kinderkurheim. Was damals dort tatsächlich vorgegangen ist, wissen wahrscheinlich nur die Anwohner und Mitarbeiter selbst. Beeindruckend ist das Areal auf jeden Fall!
Zur Info:
- Der Lost Place ist bekannt und daher auch gut besucht. Eine Adresse werde ich jedoch nicht veröffentlichen.
- Safety first! Achte darauf wo du hintrittst. Vermeide knarzende Holzdielen und begutachte die Decke, ob diese einsturzgefährdet ist. Handle vorsichtig und mit Bedacht.
- Verlasse das Gebäude/Gelände so wie du es vorfindest.













































Du hast Lust auf noch weitere unheimliche Orte? Hier geht’s zum verlassenen Flaschenhaus.
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10 Kommentare
Edeline
Ein interessanter Einblick des Kinderkurheimes – kann man sich kaum noch vorstellen, dass hier mal Kinder geschwommen sind usw.
Katja
Da hast du Recht. Selbst wenn man persönlich vor Ort ist die Vorstellung sehr Abwegig, dass dieser Ort mal lebendig war.
Romy
Das habe ich auch noch auf meiner Liste stehen, malsehen – wann es sich zeitlich ergibt es zu erkunden.LG Romy
Katja
Sehr cool. Wenn du schon mal in der Gegend bist, lohnt sich gleich ein Rundumschlag in mehreren Places. 🙂
Peter Brezina
Nach einigen Jahren habe ich das Kinderkurheim im November 2025 wieder besucht. Wohne in der Nähe. Der „Scheininvestor“ hat das Bauvorhaben vor einiger Zeit fallen lassen. Der Zustand ist verheerend!
Katja
Hallo Peter,
die Fotos sind ja mittlerweile auch schon wieder 1 1/2 Jahre alt und der Zustand wird sich mit der Zeit nicht gerade verbessern. Schade das es scheinbar günstiger ist das Gebäude verkommen zu lassen.
Mija1206
Guten Tag,
Diese Bilder sind wirklich eindrucksvoll. Als kleines Mädchen war ich dort zur Kur, und deshalb weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es dort diesen Zwang zum Essen und zur Diäten wirklich gab, und das im Jahre 1997!
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich ankam, völlig durcheinander, auf Grund der langen Anreise, der fremden Umgebung, mutterseelen allein! Man kam direkt in einem Speiseraum, wo es Waffeln gab. Ich aber hatte keinen Hunger, sa ich eben komplett durcheinander war. Dann war da eine sehr alte Nonne, Schwester Leonada. Diese meinte direkt zu mir „Kein Essen gibt es hier nicht! Wenn du nicht isst, flöten wir es dir mit einem Schlauch ein! Ich Würgte also eine halbe Waffel hinunter, ich gehörte ja schließlich zu den „zunehmern“. In der ersten Nacht merkte ich schon, das hier einiges seltsam war! Man schlief zusammen, mit 6 bis manchmal 8 Kindern, „zunehmer“ und „abnehmer“, alles zusammen! Während die „abnehmer“ jede Nahrung eingeschränkt wurde, (Samstags gab es sogar NUR Obst und Gemüse) hat man mich und ein anderes Mädel nachts geweckt, und wir sollten essen! Jeden Dienstag war „Wiegetag“! Hat man nicht zugenommen, wurde die Kalorienzahl erhöht, bei den Abnehmer war es umgekehrt. Zum Duschen wurde man in größeren Gruppen abgeholt und in ein großes, rechteckiges „Wasserbecken“ gestellt, wo wir einzeln abgeduscht wurden. Immer unterbrochen von kurzen Befehlen wie: Arme waschen, Bauch waschen, alles in einer Abfolge. Jeden morgen- bisauf Samstags und Sonntags-war von 9 – 11 Uhr Unterricht, dann gab es Mittagessen, dann war von 12:30 bis 15:30 Uhr nochmals Unterricht. Zwei Lehrer führten dieses aus. Der Herr Meierl war ein richtig böser Mann! Der hat Kinder als dumm und böse bezeichnet, und hatte cholerische Anfälle, bei denen er einfach nur noch schrie! Dann ging es weiter mit Nachmittagsessen, Freizeit- meist im Gruppenraum- dann Abendessen und dann Nachtruhe. Jeder Tag nach dem selben Schema! Sonntags wurden wir in der Halle versammelt, dann ging es in die Kirche. Dann wieder zurück und wieder essen!
In diesem Sanatorium, welches mich gesund machen sollte, hat mich tatsächlich krank gemacht! Ich habe bis heute eine gespaltene Sicht, zum Thema Essen! Ich rechne Kalorien, esse nur noch eine bis zwei Mahlzeiten am Tag, und manche Dinge triggern mich so extrem, dass ich sie seit damals nicht mehr essen kann!
Es sind noch andere Dinge passiert, wie emotionale Gewalt, Glaubenszwang, Gewalt unter den Kindern, weil die einen essen mussten und die anderen fasten. Aber all dieses würde diesen Kommentar sprengen! Ich denke, dass was er aufzeigen soll, ist klar ersichtlich: Wir hatten das Jahr 1997! Wie es dort 20 Jahre früher war, möchte ich garnicht wissen!
Katja
Vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht, darüber freue ich mich sehr! Es ist sehr erschreckend zu lesen, wie dort mit dir und den anderen Kindern umgegangen wurde. Und wie du erwähnst, sogar noch im Jahr 1997. Es tut mir leid, dass du heute noch mit Spätfolgen zu kämpfen hast.
Doris
Das hört sich schlimm an. Ich war dort im Jahr 1975. Ich habe allerdings nicht ganz so schlimme Erfahrungen gemacht. Schwestern in der Form von Nonnen gab es nicht. Eher überwiegend jüngere Kindergärtnerinnen. Da waren einige lieb und natürlich auch nicht so nette. Mein Koffer war verloren gegangen und im Waschraum machte eine der Damen immer einen Spruch, dass ich ja nur ein Handtuch für oben und unten hätte ( hätten mir ja 2 zur Verfügung stellen können). Eine Abnehmerin hatten wir auch. Die schrie ständig rum, sie sei nicht zu dick. Während eines Schreianfalls wurde sie auf ihr Zimmer geschickt und schrie dort weiter. Die Erzieherinnen gingen dann zu ihr. Was dort geschah, weiß ich nicht. Danach ließ sie das mit dem Geschrei. Alle anderen unserer Gruppe bekamen normales Essen. Es wurden lange Wanderungen in den schönen Wäldern unternommen und Spiele im, zum jeweiligen Pavillon gehörenden, Aufentshaltsraum. Dieser lag gegenüber dem Innenhof zwischen den Pavillons. Zu meiner Zeit waren die Zimmer mit je 4 Mädels belegt. In jeder Zimmerecke stand ein Bett. Briefe nach Hause wurden einmal wöchentlich geschrieben und tatsächlich kontrolliert. Ich habe auch gefragt, warum die gelesen werden. Es hieß, weil manche Kinder Lügen erzählen. Aber wie gesagt, bis auf die blöde Bemerkung im Waschraum habe ich keine schlechten Erinnerungen.
Katja
Vielen Dank, für’s Mitnehmen ins Jahr 1975. Es freut mich immer Erfahrungsberichte lesen zu können. Ganz besonders, dass du keine schlechten Erfahrungen dort gemacht hast.