Kreativ sein kann jeder: 7 Tipps die deine Kreativität entfachen
Du möchtest kreativ sein, aber glaubst, dass andere kreativer sind als du? Dann freu dich, denn Kreativität ist kein Talent, das man hat oder nicht hat. Sie entsteht beim Machen.
Warum dein erstes DIY-Projekt nicht perfekt sein muss und wie du deine Kreativität fördern kannst, erfährst du in diesem Beitrag.
Inhalt
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Kreativ sein ist keine Talentfrage. Kreativität entsteht beim Machen.
- Perfektion bremst dich aus. Du musst nicht perfekt starten, sondern anfangen.
- Fehler gehören dazu. Sie sind kein Scheitern, sondern ein wichtiger Teil des Lernprozesses.
- Fang klein an. Schon zehn Minuten Kreativzeit können einen Unterscheid machen.
- Kopieren ist erlaubt. Vorlagen und Anleitungen helfen dir, neue Techniken kennenzulernen.
- Lass dich inspirieren, aber vergleiche dich nicht.
- Kreative Zeit ist mehr als nur ein Weg zum fertigen Ergebnis, sie ist Selfcare.
- Du musst nicht bereit sein. Du musst anfangen.
Du willst selbst kreativ sein, aber irgendwas hält dich zurück
Vielleicht kennst du das auch: Du sitzt abends auf der Couch, scrollst durch Pinterest oder Instagram und denkst dir „Ich wäre so gern kreativ.“ Aber dann kommen direkt die nächsten Gedanken: „Ich kann das doch gar nicht. Bei den anderen sieht alles so leicht aus. So schön. So perfekt.“
Und da liegt schon das Problem: Bevor du überhaupt angefangen hast redest du dir ein, dass du nicht kreativ genug bist. Aber das ist Bullshit! Denn meistens sehen wir nur die fertigen Ergebnisse in perfekt inszenierten Fotos. Bilder, die so wirken, als wären sie locker aus dem Ärmel geschüttelt worden. Was dabei fast nie gezeigt wird ist der Entstehungsprozess und somit auch die vielen Ideen, die vorher komplett daneben gingen. Schiefe Nähte, verrutschte Drucke oder Projekte, die einfach überhaupt nicht so geworden sind wie sie geplant waren.

Also, wie wird man kreativ?
Wenn du mich fragst, ich bin überzeugt davon, dass wir alle kreativ sind. Kreativität entsteht beim Machen. Und je öfter du was kreatives machst, desto kreativer wirst du auch. Du musst nicht perfekt starten. Du musst einfach loslegen.
Und hör auf, dir einzureden, dass andere kreativer sind als du. Denn beim Kreativ sein geht es nicht darum, etwas für andere perfekt zu machen. Sondern es geht darum, etwas zu erschaffen und Freude daran zu haben. Am Ende zählt nicht das perfekte Ergebnis, sondern vor allem der Weg dorthin. Deine Ideen, ebenso deine Fehler und die daraus resultierenden Learnings sind ein wichtiger Teil davon. Aber am allerwichtigsten ist die Freude am Selbermachen.
Wenn du dich jetzt fragst, ja gut, aber wie wird man nun kreativ? Dann habe ich hier sieben Tipps für dich.
1. Kreativität ist keine Talentfrage
Niemand startet als Profi. Wenn du dir einredest, dass du kein Talent hast, dann ist das oft nur die bequemste Ausrede, um nicht anzufangen. Denn Talent ist meistens nichts anderes als etwas, das jemand lange genug gemacht hat.
Und mit der Kreativität ist das genauso. Kreativität ist trainierbar wie ein Muskel. Sie entsteht im Prozess, beim Ausprobieren und Machen. Je mehr du sie nutzt, desto kreativer wirst du auch.
Du willst dich kreativ Ausleben? Dann leg einfach los. Ohne riesige Ansprüche, ohne Perfektion und vor allem ohne den Druck, sofort gut sein zu müssen. Nicht jeder erste Versuch wird ein Volltreffer. Manche Projekte gehen komplett daneben und genau daraus lernst du. Vielleicht wird erst der nächste Versuch richtig gut.
Erlaube dir gerade am Anfang Fehler zu machen. Fehler gehören nicht dazu, um sich über sie zu ärgern. Sie gehören dazu, damit du wachsen kannst.

2. Perfektion blockiert dich mehr, als sie dir hilft
Wenn ich früher gefragt wurde, was meine größte Schwäche ist, lautete meine Antwort immer: „Mein Perfektionismus.“ Sind wir mal ehrlich: Perfektion blockiert uns. Sie führt dazu, dass wir aufschieben, zerdenken und am Ende gar nicht erst anfangen. Unser Gehirn liebt es, alles bis ins kleinste Detail durchzuspielen. Geben wir diesen Gedanken zu viel Raum, landen wir schnell an dem Punkt, an dem wir Angst haben etwas, falsch zu machen.
Ich kenne das nur zu gut. Da lag ein wunderschöner Stoff vor mir und ich habe mich einfach nicht getraut, die Schere anzusetzten. Oder ein fertig vorbereiteter Stoff wartete auf seinen Siebdruck und trotzdem habe ich gezögert.
Aber Kreativität entsteht nicht beim Denken. Sie entsteht beim Machen.
Was wäre passiert, wenn ich den Stoff nie zugeschnitten hätte? Dann wäre daraus nie mein Lieblingskleid geworden. Und was wäre passiert, wenn ich mich nicht an den Siebdruck gewagt hätte? Dann hätte ich nie entdeckt, wie viel Spaß mir diese Technik macht.
Beim Kreativ sein geht’s nicht um Perfektion. Manche Projekte werden großartig und manche nicht. Beides gehört dazu. Solange du mit Freude dabei bist, lohnt es sich dran zu bleiben. Denn Fehler verschwinden nicht, nur weil du Erfahrungen sammelst. Auch heute passieren mir noch Fehldrucke, schiefe Nähte oder andere Pannen. Der Unterschied ist nur: Ich lasse mich davon nicht mehr aufhalten.
3. Feiere die Ecken und Kanten
Im Neuen liegt die Magie. Etwas Neues auszuprobieren ist aufregend und oft auch ein kleines Abenteuer. Egal für welche kreative Technik du dich entscheidest, mein wichtigster Tipp lautet: Fang einfach an und sei dabei anspruchslos.
Handmade ist schließlich nicht glatt, perfekt und emotionslos wie industriell gefertigte Massenware. Charakter entsteht durch Ecken und Kanten. Diese kleinen Besonderheiten machen ein Stück einzigartig denn es erzählt seine ganz eigene Geschichte. Und genau das macht es doch auch so wertvoll!
Ganz nach meinem Motto: Mach es selbst ☻ mach es besser.

4. Fang klein an
Ich weiß, der Alltag ist voller To-dos und irgendwie scheint nie wirklich Zeit für die Dinge zu sein, die uns guttun. Gerade deshalb ist es so wichtig, dir regelmäßig eine kreativ Auszeit zu gönnen.
Vereinbare feste Dates mit dir selbst und trage sie dir in den Kalender ein. Und dann nimm diese Termine auch ernst.
Wenn dir das schwerfällt, dann starte klein. Schon zehn Minuten reichen aus, um den Kopf frei zu bekommen und dich zu entspannen. Wenn du das regelmäßig machst, entwickelt sich schnell eine Routine.
Auch Mini-Projekte sind perfekt für den Einstieg. Große Projekte können gerade am Anfang schnell überfordern. Nach längeren Pausen verliert man leicht den Faden und die Motivation. Kleine Projekte dagegen sorgen für schnelle Erfolgserlebnisse. Du kommst ins Machen, sammelst erste Erfahrungen und bleibst eher dran. Und wer weiß? Vielleicht merkst du schon bald, dass dir zehn Minuten gar nicht mehr reichen.
Das sind Miniprojekte, mit denen Du ganz easy starten kannst:
Hose färben mit Konfetti Tie Dye
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie ich meine ungetragene Hose mit Konfetti Tie Dye gefärbt habe.
Mit meiner step-by-step Anleitung und dem Video Tutorial kannst du es ganz leicht selbst zuhause nachmachen.


Einen Pulli selbst gestalten mit Bügelbildern
Du hast einen Pulli den du gerne trägst, dem aber das gewisse Etwas fehlt?
Mit Bügelbildern für Textilien kannst du ganz leicht deinen Pulli selbst gestalten, sodass er zu einem Unikat wird.
Batikdruck mit Siebdruckfarben selber machen
Für mein neues Nähprojekt hab ich meinen Stoff mittels Batikdruck, oder auch Tye dye genannt, eingefärbt.
Wie easy du einen Batikdruck selber machen kannst zeig ich dir in diesen Beitrag.

Hexen Cape nähen ☻ mit gratis Plotterdatei
Yeah, es ist Spooky Season! Als echter Halloween-Fan habe ich natürlich etwas für dich vorbereitet:
Ein Tutorial, wie du dir ein Cape nähen kannst und obendrauf gibt’s noch eine kostenlose Plotterdatei. Viel Spaß beim Umsetzen!
5. Kopieren ist am Anfang völlig okay
Wenn ich selbst mal keine Idee habe, was ich kreatives machen könnte, dann hilft es mir, kreative und inspirierende Arbeiten anzuschauen. In meinem Nähzimmer hängen viele selbstgemachte Werke, sowohl von mir als auch von Freundinnen oder Künstlerinnen. Außerdem blättere ich richtig gern in Kreativ-Zeitschriften oder schaue mir auf Pinterest oder anderen Blogs kreative Projekte an.
Eine tolle Möglichkeit ist auch, sich mit anderen kreativen Menschen auszutauschen. Du kannst zum Beispiel einen Workshop besuchen und vor Ort mit den Kursleitern oder anderen Teilnehmern ins Gespräch kommen. Wenn das nicht so dein Ding ist, dann gönne dir deine kreativ Auszeit ganz bequem Daheim. Es gibt unzählige Onlinekurse zu den unterschiedlichsten kreativen Themen – egal ob Malen, Nähen, Stricken oder etwas ganz anderes. Bei den meisten Kursen kannst du dich Step-by-Step durcharbeiten. So kannst du direkt loslegen ohne lange darüber nachzudenken, was du heute umsetzen möchtest.
Und wenn du so gar keinen Plan hast oder noch unsicher bist, wie und womit du starten möchtest, dann nutze am Anfang ruhig Anleitungen oder Vorlagen. Kopieren ist zu Beginn total okay! Probiere dich aus und du wirst schnell merken, was dir gefällt und was nicht. Sobald du eine Technik gefunden hast und mit ihr vertraut bist, kannst du deine eigenen Ideen einbringen und weiterentwickeln. So entsteht mit der Zeit dein ganz eigener Stil.

6. Lass dich inspirieren, nicht einschüchtern
Inspiration zieht dich in Bewegung. Druck hält dich fest. Wenn du inspiriert bist, bekommst du Lust neugierig zu werden und deinen eigenen Weg zu finden. Die Idee gibt dir Energie. Bei Druck sieht das ganz anders aus. Du fängst an, dich zu vergleichen und plötzlich schleichen sich Unsicherheit und Überforderung ein.
Inspiration lässt mich meine Schere in die Hand nehmen. Druck lässt mich den Stoff wieder zurück ins Regal legen.
Das Spannende ist, dass die meisten Menschen Inspiration sammeln, aber sie nicht nutzen. Ich schließe mich da nicht aus. Der Unterschied liegt jedoch darin, ob du Inspiration als Ausgangspunkt oder als Maßstab verwendest. Wenn du also ein Projekt siehst, frag dich nicht, ob du das genauso gut kannst. Frag dich lieber, was dir daran gefällt. Sind es die Farben? Das Motiv? Die Technik? Oder die Stoffkombination? Oft inspiriert uns nicht das ganze Projekt, sondern nur ein kleines Detail. Deshalb musst du auch nichts zwingend eins zu eins nachmachen.
Oft starte ich mit einer Idee und lande am Ende ganz woanders. Und das ist gut so. Viele meiner Lieblingsprojekte sehen heute ganz anders aus als ursprünglich geplant. Während des Selbermachens entstehen neue Ideen, neue Wege und manchmal auch überraschende Lösungen. Genau dort beginnt für mich der Kreative Flow.
Wenn du merkst, dass dich bestimmte Accounts oder Bilder eher frustrieren als zu motivieren, dann sind sie keine gute Inspirationsquelle für dich. Gute Inspiration macht Lust aufs Ausprobieren. Schlechte Inspiration weckt das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Nutze Inspiration, um neue Möglichkeiten zu entdecken, nicht als Messlatte für deinen eigenen Wert. Denn Inspiration sollte dich an den Kreativtisch bringen und nicht davon fernhalten.

7. Kreative Auszeit ist mehr als das fertige Ergebnis
Kreativ Sein ist nicht nur für das Endergebnis da. Klar, du startest mit dem Gedanken, am Ende etwas ganz Besonderes in den Händen zu halten. Aber die Kreativzeit ist so viel mehr als nur Mittel zum Zweck. Sie ist sie deine persönliche Auszeit. Deine persönliche Selfcare. Denn das ist der Moment, in dem du ganz bei dir bist und dich nur aufs Tun konzentrierst. Je mehr du dich auf den kreativen Prozess einlässt, desto mehr spürst du die damit verbundene Leichtigkeit. Also Kopf aus und einfach machen.
Etwas kreatives zu machen sorgt für Freude und Zufriedenheit. Mehr noch: Du erschaffst etwas mit deinen eigenen Händen. Und das fühlt sich einfach gut an.
Kreative Selfcare ist nicht die Abwesenheit von Frust. Sie bedeutet, dass du trotz Frust bei etwas bleibst, das dir Freude macht.
Eine kreativ Auszeit bedeutet nämlich nicht, dass immer alles entspannt sein muss. Manchmal läuft etwas schief, die Farbe verhält sich anders als geplant oder die Naht sitzt einfach nicht so, wie sie soll. Das kann frustrieren.
Nicht jeder kreative Moment fühlt sich entspannt an. Kreativität ist ein Prozess mit Höhen und Tiefen. Und oft sind es gerade die Projekte, die uns herausfordern, aus denen wir am meisten mitnehmen. Trotzdem fühle ich danach immer viel besser als vorher. Denn ich habe mir bewusst Zeit für etwas genommen, das mir wichtig ist.
🖊️ Lesetipp: Kreative Selfcare – Eine Auszeit nur für mich
Fazit: Einfach mal machen, dann klappt‘s bestimmt
Selbst Kreativ sein kann jeder und das hat nichts mit Talent zu tun. Es geht nicht darum, perfekt zu starten und dabei keine Fehler zu machen. Kreativität entsteht beim Machen und wächst mit jedem Projekt ein Stück weiter.
Natürlich wird nicht alles auf Anhieb gelingen. Aber das ist okay so, denn es gehört dazu. Kreativität ist ein Lernprozess. Deshalb warte nicht auf den perfekten Moment oder darauf, dass du dich bereit fühlst. Wenn du deine Kreativität ausleben möchtest, dann fang einfach an. Such dir ein kleines Projekt, hab Spaß daran und leg los. Der Rest kommt unterwegs.
Du musst nicht bereit sein. Du musst anfangen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Kreativ sein
Kann man Kreativität lernen?
Ja. Kreativität ist keine angeborene Fähigkeit, sondern etwas, das mit Übung wächst. Je öfter du kreativ bist, desto leichter fallen dir neue Ideen.
Wie merkt man, ob man kreativ ist?
Wenn du gern ausprobierst, gestaltest oder neue Ideen entwickelst, bist du bereits kreativ. Kreativität zeigt sich nicht im perfekten Ergebnis, sondern im Wunsch, etwas entstehen zu lassen.
Welche Arten von Kreativität gibt es?
Kreativität kann sich auf viele Arten zeigen: zum Beispiel beim Nähen, Malen, Schreiben, Kochen, Gärtnern oder beim Lösen von Problemen. Kreativität ist weit mehr als Kunst und Basteln.
Welche 5 Phasen der Kreativität gibt es?
Der kreative Prozess wird häufig in fünf Phasen eingeteilt: Vorbereitung, Ideenfindung, Reifung, Geistesblitz und Umsetzung. Dabei verlaufen die Phasen nicht immer geradlinig, sondern oft im Wechsel.
Was kann ich tun, wenn mir die Ideen ausgehen?
Lass dich inspirieren, probiere neue Techniken aus oder nutze Anleitungen und Vorlagen. Oft entstehen neue Ideen erst, wenn du bereits angefangen hast.
Muss ich für Kreativität Talent haben?
Nein. Talent wird oft überschätzt. Viel wichtiger ist, dass du anfängst, ausprobierst und dranbleibst.
Warum fällt es mir schwer, kreativ anzufangen?
Häufig stehen Perfektionismus, Selbstzweifel oder der Vergleich mit anderen im Weg. Der beste Gegenpol dazu ist, klein anzufangen und dir Fehler zu erlauben.
Wie finde ich meinen eigenen kreativen Stil?
Indem du ausprobierst. Mit jeder Technik, jedem Projekt und jedem Fehler lernst du besser kennen, was dir gefällt und was nicht.
Sind kreative Menschen intelligenter?
Nicht unbedingt. Kreativität und Intelligenz sind unterschiedliche Fähigkeiten. Kreative Menschen denken oft flexibel und probieren Neues aus, aber Kreativität ist keine Frage des IQs.
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mach es selbst ☻ mach es besser





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